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'neu denken' neu denken

Klimaschutz, Digitalisierung, Wirtschaft, Bibliotheken, Museum, die Zukunft, den digitalen Raum, Schulprojekte: Ist alles neu zu denken. Oder auch: Warum Marken jetzt neu denken müssen! Zusammenleben, Teilhabe, Beton: Gänzlich neu zu denken, und zwar: jetzt, hier und zusammen.

 

Die Abfrage „neu denken“ führt in einer einschlägigen Suchmaschine zu ca. 1.290.000 Treffern. In 0,41 Sekunden erscheint das digitale Register eines Optimierungswahns, der das Fortschrittsparadigma unserer Zeit wie eine nie enden wollende To-do-Liste abbildet. Diese soll hier als Sinnbild des permanent auf uns ausgeübten Erwartungsdrucks, Dinge anders, nämlich innovativer, effizienter, einfach noch besser zu machen, gelesen werden. „Demokratie“, die „Museen“, „unsere Altersvorsorge“, „die Welt“, „Leibniz“, „Plastik“, „der Religionsunterricht“ – all das bitte neu denken.

 

Dafür, dass so viel neu gedacht wird, wirkt die Gegenwart jedoch betrüblich alt. Wir wollen das Thema explizit optimistisch denken und die Bühne für utopische, konstruktive und pragmatische Perspektiven auf bis zur Erschöpfung vermessene Lagen öffnen. Denn: Ob Kriege, Krebs oder Klimakrise, oder schon die nächste Katastrophe mit K – die Künstliche Intelligenz – es mangelt nicht an Kandidaten, denen ein neues Denken gut zu Gesicht stünde.

 

Bei allem Misstrauen geben auch wir dem neu Bedachten eine Chance. Mit der deutschen Band „Die Sterne“ gesprochen, interessieren uns von allen Gedanken am meisten die interessanten. Dort, wo Denken geradeaus zu sich findet:  im über-denken, nach-denken, vor-denken. „Neu Denken – neu fühlen – neu leben?“ Heft 49 der schreibkraft beschreibt nicht weniger als den Weg zu jenem Ziel, das den Griechen die Eudaimonie bedeutete – das gelungene Leben.

 

Von unnötigen Wachstumsschleifen und eitler Fußnotenphilie befreit, fragen wir Sie und euch: Woran erkennen wir genuine Transformation im Versprechen des Neuen, woran Altlasten, die wir unnötig mit uns rumschleppen? Wann ist „neu denken“ der erste Schritt aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, wann reines Buzzword fürs Bullshit-Bingo? Und was, wenn Altes sich bewährt hat, und das neue Denken nur eine perfide Aufforderung darstellt, einen weiteren Gang zuzulegen? Inflationäre Neudenk-Fantasien suggerieren, dass Disruption helfen würde, das Rad neu zu erfinden. Aber eine runde Sache bleibt eine runde Sache. Wir laden ein, nicht rund, sondern um die Ecke zu denken: Nicht Neues denken, sondern neu denken neu denken. Brain on.

 

Einsendeschluss ist der 22. Juli 2026

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