I: Literatur im Anthropozän
Mir kommt vor, bei jeder Flucht bleibt etwas hängen und etwas anderes geht mit: Eine Jeansjacke, ein Programmheft, ein Satz wie ein Steinschlag, ein Rotweinfleck. Die Sessel und Menschen aber bleiben dort stehen, wo das letzte Wort sie zurücklässt. Und der Aufbruch ist wie ein Pflaster, das man abzieht, damit die Persönlichkeit sich wieder zusammensetzen kann. Sie ist die öffentliche Garderobe, für die niemand Haftung übernimmt.
II: Libresso mit Rückblick
Beginn meines Studiums in dem Jahr, in dem Mayröcker gestorben ist, mir scheint, sie wächst aus dem Grab heraus als gelbe Blume, als Kindheitswind zwischen den Gräsern und unter den selbstgebauten Zweighütten. Grünes Junglaub von Buchen im April, Kastanienmandala und natur- heißt flussfarben.
Warum weiß ich nicht mehr, wie der Wald riecht, und warum brennt er? Habe ich beim Spielen an Feuer gedacht und an den Rückzug ins Innere? Der Wald bin ich und die Bäume und das letzte Leben schlägt aus den lodernden Neuigkeiten der Zeitung, über die ich ganz verstört bin.
III: Libresso mit Ausblick
Bei deinen Freunden wächst Kresse am Fensterbrett, das möchte ich auch und ein Sprossenglas! Aber nicht um ihretwillen, sondern weil ich eine Idee in unseren Alltag stellen möchte und eine Beleuchtung: Vom Nachkommen und Ankommen, vom Aussäen und Anwachsen möchte ich so ein kleines Feld haben, um es später einmal meinen Kindern zu zeigen: Ich bin eine Mutter für die Änderungsschneiderei, aber ich habe für die Zukunft ein Muster gekauft und Fäden.
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