Walter steht im Heck des Bootes und rudert wie ein Gondoliere. Hier am See ist er der Einzige, der diese Technik noch beherrscht. Vor sechzig Jahren hat er so ein Hochzeitspaar aus Italien zur Kirche auf der gegenüberliegenden Seeseite gerudert. Davon gibt es Filmaufnahmen. Ein andermal zog er einen Dackel aus dem Wasser, der einem der Villenbesitzer hier am See gehörte. All das weiß ich aus den Erzählungen von Walters Tochter, mit der ich befreundet bin. Mehrmals habe ich ihr meine Hilfe angeboten, für den Fall, dass es im Haus etwas zu tun gibt oder ihre Eltern meine Unterstützung brauchen. In diesem Sommer war es dann so weit. Margit, Walters Frau, war für einige Wochen im Krankenhaus und meine Freundin bat mich, mich während dieser Zeit um ihren Vater zu kümmern. Haben wir auf unseren Seefahrten genügend Abstand zum Ufer gewonnen, legt Walter das Ruder zur Seite und setzt sich auf die Bank am Heck des Bootes. Ich sitze ganz vorne im Bug und stumm blicken wir beide von unseren Plätzen hinaus auf das uns umgebende Wasser.
Auch während der Mittagessen schweigen wir. Auf meine Frage, ob es ihm schmecke, antwortet Walter mit einem „Es geht“. Die Wiener Schnitzel neulich, Walters Leibspeise, entlockten ihm ein „Gut“. Es ist das fast alles, was Walter im Laufe des Tages spricht, immerhin ein „Guten Morgen“, wenn ich ihm das Frühstück richte, und mit Blick zum Fenster sagt er: „Es regnet.“
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