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Heft 46

Erschienen in Heft 46, sorgen
Ressort: Feuilleton

(Selbst)-Sorge


Karin Seidner

Warum wir die Verhältnisse optimieren müssen. Und nicht uns selbst

Selbstfürsorge heißt, auf die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu achten, sie ernst zu nehmen und dazu zu stehen. Das eigene Leben in die Hand zu nehmen und so zu gestalten, dass ich es genießen kann, dass ich meine Möglichkeiten ausschöpfe, aber auch meine Grenzen (er-)kenne und dort, wo es angebracht ist, Nein sage. Für sich selbst einstehen und sich nicht nur nach den (vermeintlichen) Erwartungen und Ansprüchen der Umgebung/ Mitmenschen richten. Sich wehren, wenn man Unrecht erlebt oder marginalisiert wird. Besonders Frauen* werden in unserer Gesellschaft oft dahingehend sozialisiert, es in erster Linie anderen Menschen recht zu machen und für andere zu sorgen, ohne dabei auf sich selbst zu achten, was für die Betroffenen fatale Folgen haben kann. Es geht bei dem Begriff Selbstfürsorge also um Autonomie und um das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben.

In neoliberalen Konkurrenz-Gesellschaften wird der Begriff Selbstfürsorge oft umgedeutet zu Selbstoptimierung. So können Menschen kontrolliert und zu immer neuem Konsum angestachelt werden. Wir sollen die Anforderungen des Marktes erfüllen und uns selbst zu Höchstleistungen antreiben. „Wenn du nur willst und dich anstrengst, kannst du alles erreichen und wirst glücklich!“ ist die Devise. Menschen stehen heute unter dem Druck, sich ständig selbst verbessern zu müssen, schneller, effizienter, fitter, kreativer, selbstwirksamer, flexibler, resistenter, härter, positiver, resilienter etc. zu werden, jung und gesund auszusehen/zu bleiben und möglichst wenig Kosten zu verursachen.

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