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Heft 46

Erschienen in Heft 46, sorgen
Ressort: Feuilleton

Vertrauen ist besser

Johannes Várkonyi

Möglicherweise hat der König etwas verstanden, das wir noch nicht verstanden haben

Wenn Sie mich fragen: ja. Seitdem wir einen König haben, ist das Leben ganz eindeutig besser. Wenn man so will, war die Zeit des Chaos zwischendurch vielleicht sogar nötig, um das eine oder andere zu lernen, aber in Summe können wir nun endlich einfach zugeben, dass Bewährtes besser hält.

Es wundert mich ehrlich, ist sogar ein wenig zum Schämen, dass wir nicht früher auf diese Lösung gekommen sind. Da haben wir Motoren, Computer, Uhren, haben Universitäten, aber waren nicht in der Lage dazu, eine so einfache Lösung für unsere Gesellschaft zu erkennen. Dabei waren die Zustände ja längst unhaltbar.

Heerscharen von Dilettanten in allen Schlüsselpositionen, Nepotismus, Korruption und so weiter. Jeder, der es sich leisten konnte, hat gemacht, was und wie er wollte, und immer zulasten der Allgemeinheit. Warum auch für die anderen arbeiten, wenn es genauso gut für die eigene Tasche ging? ‚Das sind ja viele‘, haben sie gedacht, ‚Die halten das aus, außerdem sind sie ohnehin zu beschäftigt mit sich selbst, um es zu bemerken‘. Die Korrupten tarnten sich als gesichtslose Strukturen, die irgendwann jeden Aspekt unseres Lebens durchsetzt hatten und einem das Gefühl gaben, man wäre selbst das Problem.

Wie oft musste man bei den Nachrichten den Kopf schütteln, weil man sich nicht mehr sicher war, ob es die Verbrecher oder die eigenen Vertreter waren, vor denen man mehr Angst haben musste. Dabei waren doch alle im eigenen Umfeld immer aufrichtig. Zudem fanden sich alle wirklich Fähigen in bedeutungslose, ehrliche Brotlosigkeit verdrängt. Wie konnte das sein?

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