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Heft 46

Erschienen in Heft 46, sorgen
Ressort: Feuilleton

Zu Hause ist es am schönsten!

Wolfgang Gulis

Szenen einer Pflege

Unverständliches Schreien im Hintergrund.
„Was sagt er?“
„Ach, regt sich schon wieder auf, dass ich telefoniere“, wendet sich vom Telefon ab, schreit zurück.
„Ich telefoniere, mit deinem Sohn. Schöne Grüße vom Werner.“
Unverständliches Gemurmel im Hintergrund.
„Das hab’ ich jetzt gar nicht gesagt …“
„… willst mit ihm telefonieren? Wart, ich geb` ihn dir …“ „Nein, Mutter, ich will mit ihm nicht reden. Es gibt nix zu reden. Über was soll ich mit ihm reden?“
„Ach, ich dachte, dass …
„Nein.“
„… der Carlo ist gestern …“
„Wer?“
„Na, der Kater von der Jurkevic ist gestern Nachmittag in der Tür gestanden, so als ob er sagen wollte, gibt es was zum Essen?“
„Und woher soll ich den kennen?
„Naja, ich dachte.“
„Und hast was gehabt?“
„Na sicher, da hab’ ich immer was daheim für den Karlo. Er isst die Braunschweiger mit großem Genuss. Die wollt’ ich eigentlich zum Abendessen machen, aber …“
„… na bravo, das Abendessen an die Katz’ verfüttert …“ (lacht)
„… ich hab’ eben immer was …“
„Und was habt ihr gegessen?“
„Na ich habe uns Kartoffeln g’macht und eine Bratwurst dazu.

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